Peru
19. Januar 2011 – 00:35Peru gilt als eines der sichersten Länder Südamerikas und ist aufgrund seiner vielfältigen Natur und seines kulturellen Erbes ein begehrtes Urlaubsziel für Touristen aus aller Welt.
Atemberaubende Landschaften und geschichtsträchtige Bauten wie etwa die Inkastadt Maccu Picchu ziehen jedes Jahr Millionen Gäste aller Altersgruppen, vom Studenten bis zum Senioren in ihren Bann.
Peruanische Besonderheiten
Die Peruaner gelten im Gegensatz zu anderen Südamerikanern als eher zurückhaltend, das feurige Temperament, das man von Spaniern sowie Mittel- und Südamerikanern kennt, ist bei den Peruanern weit nicht so stark ausgeprägt. Die Peruaner gelten als sehr gläubig, über 80 Prozent sind katholisch.
Die Familie ist in Peru weitaus wichtiger als in Europa, die meisten jungen Erwachsenen wohnen solange zuhause, bis sie verheiratet sind. Die Liebe nimmt in Peru ebenfalls einen anderen Stellenwert ein, als in den USA und Europa: ein Großteil der Peruaner bleibt mit seinem ersten fixen Partner jahrelang zusammen und heiratet diesen dann schließlich. Da die Familie in Peru sprichwörtlich über alles geht, sind Familienfeste mit Dutzenden Tanten, Onkeln, Cousinen und Cousins ein Pflichtprogamm, fast jeden Monat finden sich peruanische Großfamilien zusammen, um gemeinsam zu essen und zu trinken. Dabei ist es keine Seltenheit, während eines mehrstündigen Essens gemeinsam mit der Familie mehrere Flaschen Pisco, den peruanischen Branntwein, zu leeren. In peruanischen Familien wohnen die Eltern, Großeltern und Urgoßeltern meist auch bis zum Lebensende mit ihren Kindern und Enkeln unter einem Dach, nur in absoluten Ausnahmefällen wird ein älteres Familienmitglied in einem Altersheim untergebracht.
Geschichte Peru’s
Peru wurde schon früh besiedelt, Wissenschaftler gehen davon aus, dass die ersten Einwohner vor gut 10.000 bis 20.000 Jahren ins Land kamen. Die ersten Zivilisationen und Städte entwickelten sich vor gut 3.200 Jahren. Die ersten Hochkulturen im Gebiet des heutigen Peru waren die „Chavin de Huantar“, die im Zeitraum von 800 bis 300 vor Christus existierte. Abgelöst wurde sie von den Nazca, die von 200 vor bis 600 nach Christus ihre Blütezeit hatten. Noch heute sind die Nazca einer breiten Masse, vor allem durch die geheimnisumwitterten Nazca Linien bekannt. Dies sind riesige, teilweise bis zu 500 Kilometer lange Linien, die aus großer Höhe betrachtet Tierfiguren und geographische Muster darstellen. Bis heute ist die Bedeutung der Linien unklar, Theorien zur Erklärung reichen von rituellen Symbolen bis hin zu Zeichen von außerirdischen Besuchern.
Auf die Nazca Kultur folgte die Kultur der Tiahuanaco, die von 1 bis 1.000 nach Christus bestand. Zeitgleich entstand in anderen Teilen Perus, vornehmlich an der Küste, die Kultur der Moche, die noch heute in zahlreichen Artefakten zu bewundern ist. Die bekannteste, präkolumbische Zivilisation Perus, war das Reich der Inka, das von 1.200 bis 1532 nach Christus bestand.
Peru heute
Nach der Entdeckung des amerikanischen Kontinents durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492, dauerte es nicht lange bis die Europäer, allen voran die Spanier, Kontakt zu den Inkaherrschern aufnahmen. Infolge gewaltsamer Landeroberungen und Missionierung durch die spanischen Konquistadores kam es zu einer Zerstörung der Inka-Kultur und zu einem Massensterben der indiogenen Bevölkerung. Viele Spanier siedelten sich im gesamten südamerikanischen Raum an, unterdrückten die Ureinwohner und beuteten die Bodenschätze des Landes aus.
Bis zum Jahr 1821 war Peru eine Kolonie des spanischen Königreiches, infolge von Aufständen in ganz Latein- und Südamerika konnten die Peruaner die spanische Herrschaft schließlich abschütteln und einen eigenen Staat errichten.