Lateinamerika: Spiele für Kinder

19. Januar 2011 – 00:39

Kinder wollen ihre Grenzen austesten, Fußball spielen, raufen, toben oder klettern und die Möglichkeiten variieren von Kontinent zu Kontinent. Welche Kinderspiele gibt es in Lateinamerika?

Climbingframes: Spielerisches Training der kindlichen Fähigkeiten

Auf www.climbingframes.de finden Eltern variable Kinderspielzeuge aus Holz, die sich aus unterschiedlichen Elementen von der Rutsche bis zur Schaukel individuell kombinieren lassen. Der spielerische Umgang mit den eigenen körperlichen Gegebenheiten fördert die motorischen Fähigkeiten der Kleinsten und stärkt gleichzeitig das Selbstbewusstsein. Das Spiel am Klettergerüst aus Holz bietet diese Möglichkeit und eines ist dabei wohl bei allen Kindern der Erde vergleichbar: Sie wollen spielen und das macht man am besten im Freien.

Selbstbewusstes Toben

Südamerikanische Kinderspiele wie das Schlagen der Piñata zu Weihnachten oder an anderen Feiertagen sind längst auch über die Grenzen in die Vereinigten Staaten und andere Länder gelangt. Dabei werden bunte Figuren, die im Inneren mit Süßigkeiten gefüllt sind, aufgehängt. Abwechselnd schlagen die Kinder dann mit verbundenen Augen nach der in luftiger Höhe baumelnden Figur aus Pappe und je mehr Treffer sie landen, desto eher eröffnet sich der köstliche Schatz. Das macht man natürlich besser im Freien, denn niemand will derweil sein Mobilar zu Bruch gehen sehen. Doch die Piñata ist mehr als der dekorative Höhepunkt einer ausgelassenen Fiesta. Zurück geht der Brauch des Piñataschlagens auf den Mut der Kinder und Heranwachsenden, sich auch in ungewissen Situationen, nämlich mit verbundenen Augen, gegen das Böse zur Wehr zu setzen, auch wenn andere drum herum stehen und den unbeholfenen Versuchen dabei zusehen. Die herauspurzelnden Süßigkeiten symbolisieren das Gute, an dem alle teilhaben können und somit viele von dem Mut Einzelner profitieren. Eine schöne Moral der Geschichte, die den Kindern sichtlich Spaß macht und auch für die Erwachsenen drum herum zu einem echten Schauspiel werden kann.

Getanzte Kriegslist: Capoeira

In der afro-brasilianischen Kunstform des Capoeira verbinden sich die Elemente von Tanz und Tradition mit Kampf und Sport. Auch bei Erwachsenden in Deutschland wird diese artistische Kunstform immer beliebter und die Ausübung hat viel mit den Formen kindlichen Spielens zu tun. Ursprünglich lässt sich diese tänzerische Kampfkunst auf den Befreiungskampf der Sklaven zurück führen. Hierbei steht weniger der sportliche Wettbewerb im Fokus, sondern eher ein humorvolles Kräftemessen zweier Partner. Dabei bildet die Musik den spielerischen Rahmen der fließenden Bewegungen, in den Liedern wird die Geschichte der Befreiung erzählt und als ein Teil der oral history an die Nachfahren überliefert. Individuell und kreativ sollen dem Partner aus der Bewegung heraus Fallen gestellt werden. Dabei geht es nicht darum, den Gegner durch Kraft zu besiegen, sondern seine Bewegungen vielmehr strategisch im Sinne einer Kriegslist so einzusetzen, dass der andere Fehler begeht, weil er die Technik und Kondition seines Gegenübers unterschätzt.

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