Lateinamerika

Die Entstehung und die Entwicklung Lateinamerikas kann mit Hilfe der vielfältigen Wechselwirkungen zwischen dem so genannten Sub-Kontinent und Nordamerika erklärt werden. Diesbezüglich betreffen diese historischen Wechselwirkungen sowohl politische und kulturelle als auch ökonomische Ebenen.

Aber was ist Lateinamerika genau, welche Länder beinhaltet der Kontinent?

In erster Linie wurde die Bezeichnung Lateinamerika bereits Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführt. Zuvor sprachen Einwohner und auch Außenstehende nicht von Lateinamerika, sondern von lusitanischem Amerika, Hispanoamerika oder Iberoamerika. Die Karibik spielt bei der Begriffserklärung eine besondere Rolle, da sie nicht nur begrifflich einen Sonderstatus einnimmt. Schließlich bündeln sich in der Karibik unterschiedlichste Kolonialansprüche der europäischen Mächte Frankreich, Spanien und Großbritannien. Die ökonomischen und wirtschaftlichen Strukturen des Landes wurden von den drei Mächten beeinflusst. Daher wird der Karibik eine Vermittlungsrolle zwischen Nord- und Lateinamerika zugesprochen.
Im Einzelnen dient der politisch- kulturelle Begriff Lateinamerika zur Beschreibung der angloamerikanischen, den spanisch-, aber auch portugiesischsprachigen Ländern Amerikas. Mit dem Begriff werden die Länder nicht nur als Einheit angesehen, sondern klar und deutlich von Nordamerika abgegrenzt.

Aber woher kommt der Wortteil “Latein”?

Der Wortteil Latein bezieht sich auf den Ursprung der romanischen Sprachen: das Lateinische. SO werden zu Lateinamerika nur die Länder gezählt, in denen die Sprachen Spanisch und Portugiesisch von großen Menschenmassen gesprochen werden. Unter anderem gehören die Länder Südamerikas, abgesehen von Suriname, Französisch-Guayana und Guyana, aber auch Zentralamerika und Mexiko zu Lateinamerika. Teile der Karibik, in denen Spanisch vornehmlich gesprochen wird, werden auch zu Lateinamerika gezählt.
Alle Länder Lateinamerikas haben gemeinsam eine Landfläche von mehr als 20 Millionen Quadratmeter, wobei ungefähr 500 Millionen Menschen auf dem Sub-Kontinent leben.
Jedoch sollte beachtet werden, dass Lateinamerika im wörtlichen Sinne die Länder Südamerikas ausschließt, in denen Französisch die Amtssprache.

Die Geschichte des Begriffs

Während der Besetzung Mexikos von 1862 bis 1867 wurde die Bezeichnung Lateinamerika vorgeschlagen. Zu dieser Zeit unterstütze Napoleon III. den Erzherzog Maximilian unterstützt, zum Kaiser von Mexiko gekrönt zu werden. Hierbei hofften die Franzosen, dass der Begriff Lateinamerika ihre Interessen und Absichten unterstützen werde. Zwar wurden die Franzosen aus dem Land verdrängt, jedoch wurde der Wortteil „Latein“ beibehalten.